Dorgali

Dorgali ist einer der charakteristischsten Orte der Provinz Nuoro und liegt nur wenige Kilometer vom Golf von Orosei entfernt.
Mit einer Fläche von 225 km² und 8.190 Einwohnern ist das Gemeindegebiet von Dorgali eines der größten Sardiniens und reich an Zeugnissen aus der Vergangenheit und an verschiedenen natürlichen und selten schönen Schätzen. Obwohl das Gebiet schon seit der Frühgeschichte und der Römerzeit besiedelt war, ist das Zentrum mittelalterlichen Ursprungs, was anhand der erhaltenen Wohnbauten aus Basalt im historischen Ortszentrum belegt werden kann.
Außer der chiesa di Santa Caterina aus dem 18. Jh., gibt es noch viele andere auf dem umliegenden Land, die zusammen mit zahlreichen archäologischen Ausgrabungsstätten ein besonders interessantes Kulturgut darstellen.
Sehenswert ist auch die einschiffige Kirche Babbu Mannu mit Holzdecke aus dem 17. Jh., die auf der SS 125, ein wenig nördlich von Dorgali, liegt und von riesigen hundertjährigen Ölweiden umgeben ist. Am Pfingstsonntag findet hier ein typisches sardisches Landfest statt.
Die mediterrane Macchia verstärkt den Reiz der Ruinen des Nuraghendorfs Serra Orrios, einer aus ca. 70 Hütten, einigen Brunnen, einer sakralen Abgrenzung und zwei kleinen rechteckigen Tempeln bestehenden Anlage.
Die bei den Grabungsarbeiten gesicherten Funde werden im archäologischen Museum von Dorgali aufbewahrt. Dieses kleine Museum in der via Lamarmora verfügt über ein reiches Repertoire an Objekten aus Kieselstein und Obsidian, Keramiken aus der Jungsteinzeit, Halsschmuck und Bronzeutensilien aus der Phönizier- und Römerzeit, die zu einem Großteil im Meer geborgen wurden.
Das Gigantengrab S'Ena'e Thomes beherrscht das Tal des rio Isalle und gilt als eines der wichtigsten Denkmäler der sardischen Frühgeschichte.
Dorgali ist wahrscheinlich bedeutendste Ferienort der Barbagia und ist außerdem für sein Kunsthandwerk bekannt, das von Handwerksmeistern über Generationen überliefert wurde und heute in den Werkstätten des Ortes und in den landwirtschaftlichen Betrieben der Gegend am Leben erhalten wird.
Eine herausragende Stellung nehmen dabei die Teppichweberei im orientalischen Stil, der Filigranschmuck und die klassischen Goldknöpfe ein, die Bestandteil der traditionellen sardischen Trachten sind.
Die Weinproduktion stammt größtenteils aus der Winzergenossenschaft und ist für den Cannonau und die hohe Qualität ihrer anderen Weine bekannt. Auch die Käserei, die Ölfabrik und die Bäckereien, die das bekannte pane carasau herstellen, produzieren weiterhin im Zeichen der Tradition. Die Landschaften des Gebiets von Dorgali stellen mit ihrer Vielfalt und bezaubernden Schönheit einen immensen Wert dar. Extrem bekannt sind die grotta del Bue Marino und der Strand Cala Luna.
Die Grotte befindet sich 5 km südlich vom bekannten und gut ausgestatteten Badeort Cala Gonone und ist vom Festland über einen langen Pfad, vom Meer aus per Schleppkähnen zugänglich, die täglich auf dieser Strecke verkehren. Die Höhle verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie einer der Rückzugsorte der Mönchsrobbe war.
Besucher der Grotte sind fasziniert von der irrealen Atmosphäre, die durch die natürlichen Skulpturen entsteht. Diese sind das Resultat der korrosiven Tätigkeit der unterirdischen Bäche und Seen, in den beiden Ästen der Grotte. Ca. 7 km südlich von Gala Gonone liegt der wunderbare Strand Cala Luna.
Die sechs riesigen Grotten der Kalkschlucht, die am Strand endet, machen die Landschaft noch eindrucksvoller. Weiter Richtung Süden gelangt man, auch wieder vom Meer aus, zur Bucht von Cala Sisine, wo sich die hohen Felswände mit dem Grün der jahrhundertealten Johannisbrotbäume und Steineichen vermischen.
Nördlich von Dorgali, in den Bergen, liegt die Grotte Ispinigoli, eine der größten Europas. Sie erreicht eine Länge von 10 km. In ihrem Inneren befinden sich ein 40m hoher Stalagmit und die Schlucht abisso delle Vergini (Jungfernschlucht), die wahrscheinlich eine punische Kultstätte war.
Ein unbedingtes Muss unter den Routen im Supramonte ist die südlich von Dorgali gelegene Felsschlucht Su Gorroppu, die über einen langen Weg zwischen Felsen und teilweise dem Rio Flumineddu entlang, erreichbar ist.
Der Zugang zur Schlucht mit seinen steilen Felswänden bildet den Rahmen für eine beeindruckende natürliche Szenerie. Wenn man von der Straße Richtung Baunei ins Oddoene- Tal abzweigt, kommt man nach der Brücke S’abba Arva auf einer Route durch Korkeichenwälder zum Monte Tiscali. Vom Gipfel aus kann man die Reste des Nuraghendorfes Tiscali überblicken, das im Inneren des hohlen Berges entstanden ist.

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