Castelsardo

Castelsardo wird als Hauptzentrum der Anglona betrachtet. Castelsardo ist eins der interessantesten der touristischen Zentren auf ganz Sardinien.
Sein Territorium verfügt in der Tat über die Möglichkeit die Bedürfnisse der Badeurlauber mit denjenigenen zu verbinden, die eher daran interessiert, sind die Geschichte und Traditionen der Insel zu vertiefen.
Das Aussehen der Ortschaft stellt eine bemerkenswerte Dichotomie zwischen den beiden – klar sichtbaren – Teilen des Dorfes dar, welches heute 5.410 Einwohner zählt: Su Pianeddu, gegründet an der Küstenebene und eine antike Fischersiedlung weist heutzutage alle Charakteristiken eines modernen Dienstleistungs- und Touristenzentrum auf. Hingegen Su Casteddu hat nach wie vor seinen bezaubernden Hauch eines mittelalterlichen Dorfes erhalten; seine engen Gässchen, die zu der Festung der Doria führen. Eine imposante Burg, einst Familiensitz der mächtigen genuanischen Familie, dessen Authorität sich bis in den äußersten nördlichen Zipfel der Insel über zwei Jahrhunderte erstreckte.
Der Besitz ist auch noch heute in einem guten Zustand und wird als Museum für die Korbflechtkunst im Mittelmeerraum genutzt, wo die Möglichkeit besteht die Korbflechtkunstproduktion zu besuchen, die von der gesamten Insel stammen, aber auch aus vielen anderen Regionen des Mittelmeerraaumes.
Von der Festung genießt man ein weites Panorama über den gesamten Golf; von Asinara bis Korsika. Die Idee des Korbflechtkunstmuseum stammt aus der sehr antiken Kunst des Korbflechtens – verbreitet auf der ganzen Insel -, aber hier in Castelsardo findet es seine größte Ausdrucksfähigkeit. Anfangs eine tägliche Notwendigkeit – die Körbe wurden im Laufe der Zeit unentbehrlich im täglichen Haushalt der Castellanesi -, bis es heute zu einer reichen Einnahmequelle des Kunsthandwerkes zu werden.
Zur Gestaltung eines Korbes flechtet man mit Geduld und Erfahrung Pflanzenstile und andere getrocknete Zwergpalmenelemente aus dem Mittelmeerraume, die hier sehr verbreitet sind.
Die Doria wurden im der Zeit von der Dominanz der Aragonern abgelöst und nachher von den Savoiern; die Ortschaft erhielt hiermit auch einen anderen Namen, vom ursprünglichem Casteldoria änderte er sich in Castellaragonese bis heute zu seinem aktuellen und definitiven Namen: Castellsardo. Seine Geschichte des Mittelalters und moderne Geschichte ist bekannt und geschätzt, aber auch die ältesten Zeiten haben ihre Zeugnisse auf diesem Territorium hinterlassen. Ganz besonders hebt sich la domus de janas (Feenbehausungen) hervor, welche im Herzen des einzigartigen Elefantenfelsen erbaut wurde, ebenso die Einzelturm-Nurage, Paddaggiu oder Sa Eni, die kolossale Mauer vom Monte Ossoni. Sie ist 58 Meter lang und diente zum Schutze eines Dorfes, dessen Spuren nur wenig Überreste hinterlassen hat. Zwei wichtige religiöse Bauten sind die Kathedrale vom Heiligen Antonio, das eine aragonesische Fassade aufweist und in deren Inneren verschiedene Werke vorhanden sind, u.a. ein Altaraufsatz, den man dem anonymen Meister von Castelsardo zuschreibt; möglicherweise dem ersten sardischem Maler der Neuzeit und die kleine Kirche der Heiligen Maria mit ihrem sehr antiken Kreuz des Cristo Nieddu (schwarzer Christus), von der auch die berühmte Prozession der Lunissanti (Heiligenmond) startet.
Es handelt sich hierbei um eine der interessantesten Veranstaltungen der Insel: Ostermontag findet von der Kirche Santa Maria eine Prozession statt, die zur Basilica der Nostra Signora von Tergu führt. Sie wird von vierstimmingen Chören im mittelalterlichem vor-polyfonischem Stil begleitet. Nachts findet eine erneute feierliche Fackel-Prozession in den Altstadtgassen statt. Selbstverständlich fehlen die Dorffeste nicht; es werden typische Degustations-Gerichte angeboten. Hier wird besonders an das Fest der Madonna degli Angeli erinnert; das Fest wird am 2. August jeden Jahres von den Maurern organisiert. Das Kirchweihfest des Fisches findet am 18-19 August statt.
Am Ende die Küste: Außer dem wichtigen Touristenhafen von Frigianu, wird auf den Strand von Cala Ostina hingewiesen, wo der gleichnamige Fluß zwischen den Trachytfelsen mündet. Weiterhin den Sandstrand von Lu Bagnu und das Strändchen Vignaccia.

 

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